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Baden-Württembergische Bodybuilding- und
Fitnessmeisterschaft (BWBF / DBFV)
Bericht
von Reiner Dahms und Stefan Ulmer
Am 22.04.2006 fand in Schorndorf in der Barbara-Künkelin-Halle zum 6. mal die
Baden-Württembergische Bodybuilding- und Fitnessmeisterschaft mit Qualifikation
zur Deutschen Meisterschaft statt. Veranstalter waren wie in den Vorjahren Diana
und Rainer Goytia, die sich über eine gut besuchte, wenn auch nicht
ausverkaufte Halle freuen konnten. Dabei war die Meisterschaft mit rund 40
Athleten gut besetzt und es gab zum Teil bereits drei Wochen vor der Deutschen
Meisterschaft Leistungen zu sehen, die eben dort sicher weit vorne mitmischen
werden. Gewohnt lässig und souverän moderierte der erste Vorsitzende des
BWBF Thomas Gerstner.
Bei
den vier Starterinnen in der Frauen Fitness
Figur Klasse lagen
die letzten beiden Plätze in der Punktewerte recht nahe beisammen. Marta
Piasecki vom Bodyplanet
Ludwigsburg, die Vierte wurde, hätte noch ein paar Wochen mehr Zeit für
die Vorbereitung benötigt; ähnlich wie Liliane Bittmann vom Studio
Haberzettel in Memmingen,
die aber immerhin im oberen Rücken eine schöne Definition aufweisen konnte,
was ihr auch den dritten Platz sicherte. Relativ gut definiert konnte sich Angela
Beyer von der Fitness
World Penzberg präsentieren.
Allerdings ließen ihre Schwächen in der Linie hier nur den zweiten Platz
hinter der Siegerin der Frauen Fitness Figur Klasse Daniela Pfeiffer
vom Take Shape in
Schorndorf zu, die die beste Gesamtleistung aus schöner Linie und
angemessener Härte aufweisen konnte.
In
der Klasse Frauen Fitness Leistung
trat leider nur eine Athletin an. Michaela Zimmermann
vom Power House Ludwigsburg,
die somit natürlich auch automatisch als Baden-Württembergische Meisterin
feststand, überraschte mit einer austrainierten, definierten Form, die man eher
in der Frauen Body Klasse vermuten würde. Ihr Kürvortrag in der Vorwahl wies
noch einige Patzer auf, die dann allerdings im Finale beseitigt waren.
Zwei
äußerst unterschiedliche Starterinnen lieferten sich in der Frauen Body
Klasse ein sehr spannendes Duell. Für Manuela
Fuß von der Area
Bodyzone in Mannheim
war dies der erste Wettkampf überhaupt, den sie auch gleich in einer
beachtlichen, geradezu abgezogenen Form bestritt, besonders im Arm und
Schulterbereich. Ihre Gegenspielerin fand sie in der sehr erfahrenen Tina Klöpfer
vom Bodyplanet Ludwigsburg,
die sich sehr muskulös, wenn auch nicht ganz so hart präsentieren konnte.
Spannend blieb es bis zum Schluss, da es zwischen den beiden Frauen zu einem
Punktegleichstand kam, der dann durch die besseren Finalwertungen entschieden
wurde, und zwar für Tina Klöpfer, die damit mit knappen Vorsprung den
Siegertitel errang.
Wesentlich
deutlicher waren die Leistungsunterschiede bei den beiden angetretenen Junioren,
die mit viel Spaß ihren Wettkampf bestritten. Der erst 17jährige Dimitri
Stabs vom Taiso
in Göppingen konnte zwar einige Ansätze aufzeigen, wirkte aber im
direkten Vergleich mit Stephan Schrag
vom Sport Club Orange
in Haubersbronn zu wenig muskulös, insbesondere bei den Beinen. Stephan
wurde souverän Erster, Dimitri Zweiter.
Sehr
spannend war es in der Seniorenklasse, da hier der schwerste und der
leichteste Athlet der Männerklassen gleich als Favoriten feststanden. Den 5.
Platz belegte Heiko Maucher
von der Athletik Schmiede
Helmstadt, der in dieser sehr gut besetzten Klasse die meisten Schwächen
aufwies, was allerdings seine solide Leistung nicht mindert. Mit besser
definierten Beinen und auch rundum mehr Muskelmasse platzierte sich Herbert
Stump von Andys
Gym Plienzhausen
auf dem 4. Rang hinter dem sehr gut vorbereiteten Martin Zick
vom Sport & Fun
Ulm, der eine gute Mischung aus Muskelmasse und Härte vorzuweisen hatte.
Eine sehr eindrucksvolle Erscheinung bot Reinhard Meier
vom Power House Ludwigsburg.
Mit ausladenden Muskelpartien, guter Symetrie und messerscharfer Definition
wurde er allerdings Zweiter hinter dem wesentlich kleineren Michael Kohler
vom Body Camp Albstadt,
seiner Größe entsprechend ebenfalls ideale Proportionen aufweisen konnte und
vor allem in jeder Pose die deutlich trockenere Muskelzeichnung präsentierte.
Tatsächlich kann man wohl sagen, dass es kaum möglich gewesen wäre, Michael
in diesem Punkt überhaupt noch zu übertreffen, so dass hier der erste Platz
verdient an ihn ging.
Neun
Athleten traten in der Männer Body Fitness Klasse an; nicht für das
Finale qualifizieren konnten sich Dogan
Yasar vom Fit
in Form Karlsruhe,
Eugen Kindsvater
vom Bodyplanet Ludwigsburg
und Johnny Kpaleté
vom Solaris Metzingen.
In der Punktewerte des Finales abgeschlagen auf dem sechsten Platz landete Aymen
Selmi vom Bodyplanet
Ludwigsburg, dessen Form noch Raum für Verbesserungen bot. Enger lagen
die Plätze Fünf bis Zwei zusammen, was für das hohe Niveau der Finalisten
spricht. Fünfter wurde hierbei der großgewachsene Holger Kimmerle
vom Bodyplanet Ludwigsburg,
der eine respektable Gesamtleistung bot, gegen die kleineren Athleten jedoch
nicht bestehen konnte, wie z. B. gegen den Viertplazierten Paul Link
vom Fun Fit in
Gerlingen, dessen Muskulatur, gerade in den Oberschenkeln, voller und praller
wirkte. Ähnliches gilt auch für Thomas Häge
vom Bodyplanet Ludwigsburg,
der jedoch deutlich definierter antrat und den dritten Platz belegte. Zweiter
wurde Studiokollege Christian Schickart
Bodyplanet Ludwigsburg
mit einem Punkt Vorsprung, der wohl nicht zuletzt auf seine gute Präsentation
zurückzuführen ist. Mit Idealpunktzahl Sieger und damit Baden-Württembergischer
Meister der Body Fitness Klasse wurde der sehr gut vorbereitete Matthias
Krause, Einzelmitglied
aus Aalen. Bereits im Line-Up stach er durch seine optimalen Proportionen
hervor und auch bei den Muskelvergleichen konnte ihm an diesem Abend niemand gefährlich
werden. Seine Definition war eine Klasse für sich; zu erwähnen sei auch noch
seine sehr gute Farbe und seine einnehmende Bühnenpräsens.
Den dritten Platz der Klasse Männer
I belegte Dirk Freudenmacher
vom Fitnesspoint Heidelberg,
dem wohl noch ein paar Wochen Vorbereitungszeit gefehlt hätten, um seine guten
Anlagen besser hervorzuheben. Hier lag Andreas Jall
vom Fitnessclub Memmingen
besser im Timing, der sich in guter Form präsentierte, jedoch keine Chance
gegen den bereits bei den Senioren gestarteten überragenden Michael Kohler
hatte, der die Klasse von Anfang an dominierte.
Auch
in der Klasse der Männer II waren drei Athleten am Start, deren
Leistungsniveau jedoch näher zusammen lag. Dritter in hervorragender Form wurde
Florian Fütterer
vom Body Gym Straubing,
den nur wenige Punkte vom Zweitplatzierten Murat Arabaci vom
Taiso Göppingen
trennten. Murat erhielt auch den Best Posing Pokal. Mit der besten Muskelqualität
und –einschnitten sicherte sich Robert Hengler
vom Sport & Fun
Ulm in diesem sehr gut besetzten Feld den ersten Platz.
Für
die Klasse Männer III waren sieben Athleten am Start. Nicht für das
Finale konnte sich Herbert Stumpp
vom Andys Gym in Plienzhausen
qualifizieren; Sechster in der Finalwertung wurde Markus Haller
vom Sporting Nürtingen.
Beide ließen die gewünschte Härte und Muskulosität vermissen. Massiger, aber
für eine bessere Wertung zu glatt war Martin Pastler
vom Fitnesspoint Heidelberg.
Auch war seine zu helle Farbe nicht von Vorteil. Gut vorbereitet, wenn man ihn
auch auf dieser Bühne schon in besserer Form gesehen hatte, präsentierte sich Oliver
Schnürer vom
Fit in Form in Karlruhe;
er wurde Vierter. Wesentlich besser definiert und mit deutlicherer Muskelteilung
Dritter wurde Marcus Boger vom Power House
Ludwigsburg. Der Zweitplatzierte Rainer Demuth
vom Sportfun Wieblingen
beeindruckte mit gut proportionierter Muskelmasse und angemessener Härte.
Trotzdem ging der erste Platz an den Lokalmatador Vladimir Hornjak
vom Take Shape Schorndorf,
den die Kampfrichter an diesem Tag mit einem knappen Punktvorsprung für den
Besseren befanden.
Durch die Aufteilung der alten
Klasse über 90 kg in die Männer IV bis 100 kg und die Männer V über 100 kg
waren in eben diesen beiden neuen Klassen jeweils nur zwei Athleten am Start.
Bei den Männer IV wurde Matthias Bäßler
vom Power + Health
in Kirchheim eindeutig Zweiter hinter dem wesentlich besser und
intensiver vorbereiteten Martin Zick
vom Sport & Fun
Ulm, der ebenfalls bei den Senioren gestartet war.
Letztendlich gab es in der
Klasse Männer V auch ein eindeutiges Punkteergebnis, allerdings schmälert
dies nicht die Leistung des Zweitplatzierten Oliver Deneffe
vom Sporting in Nürtingen
der in respektabler Form angetreten war. Keinen Zweifel gab es aber, dass Reinhard
Maier vom Power
House Ludwigsburg
als Sieger hervor gehen würde; wie schon bei den Senioren geschrieben gab es
keine wirklich nennenswerten Schwächen in seiner Gesamtleistung.
Richtig
spannend wurde es dann noch mal beim Stechen um den Gesamtsieg. Dabei
sollte man auch noch hervorheben, dass drei der Klassensieger bei den Senioren
gestartet waren und somit bewiesen, dass man Bodybuilding sehr lange als
Leistungssport betreiben kann. Trotzdem zeichnete sich auch hier gleich wieder
das Duell zwischen dem Sieger der leichtesten und dem der schwersten Klasse ab.
Da diese Entscheidung, wenn auch denkbar knapp, an diesem Abend bereits gefällt
wurde, konnte folglich auch nur Michael Kohler als Gesamtsieger
feststehen. Selten kommt es vor, dass ein Männer I Klassensieger auch den
Gesamtsieg erringt, aber bei diesem Ausnahmeathleten war es mehr als
gerechtfertigt.
Aufgelockert
wurde die Meisterschaft durch den Hip Hop Contest, dessen drei teilnehmende
Finalgruppen zwischen den einzelnen Klassenwettkämpfen verteilt auftraten.
Abschließend lässt sich sagen, dass man eine sehr schöne und gut organisierte
Meisterschaft sehen konnte, bei der das Leistungsniveau der teilnehmenden
Athleten im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich gesteigert war und man nur
hoffen kann, dass in den folgenden Veranstaltungen wieder etwas mehr Zuschauer
vor Ort sein werden.
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