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Baden-Württembergische
Bodybuilding- und Fitnessmeisterschaft (BWBF / DBFV)
Bericht
von Reiner Dahms und Stefan Ulmer
Etwas
ungewöhnlich war es ja schon, dass am 22.04.2007 die Baden-Württembergische
Bodybuilding und Fitnessmeisterschaft des BWBF mit Qualifikation zur Deutschen
Meisterschaft im bayrischen Dillingen ausgetragen wurde. Da man aber schon
zweimal in der gleichen Halle und dem Veranstalterteam Daniela Herzog und
Matthias Herzog sowie Thomas
Klopfer (Stadthotel Convikt)
mit dem Donau Cup des BWBF sehr gute Erfahrungen hatte machen können, konnte
man über diese kleine Ungereimtheit geflissentlich hinweg sehen. Erwartungsgemäß
war die Veranstaltung auch rundum gut organisiert; die Teilnehmerzahl blieb ein
wenig hinter den Erwartungen zurück, dafür konnten die zahlreich erschienen
Zuschauer sehr gute Athleten im Wettkampf erleben.
Die
beiden einzigen weiblichen Teilnehmerinnen der Meisterschaft starteten in der
Klasse Frauen Fitness Figur.
Beide waren sehr gut vorbereitet, Zweite wurde Nicole
Wieler
vom
Sports Club Orange
in
Schorndorf
hinter Daniela Pfeiffer
vom
SMASH
in
Schorndorf,
die mit Vorteilen in der Linie sowie durch ihre Bühnenerfahrung auch mit einer
sicherere Präsentation punkten konnte.
Ebenfalls
zwei Athleten waren bei den Junioren am Start. Diese belegten zwar
verschiedene Gewichtsklassen, im Zweikampf unterlag aber tatsächlich der
schwerere Fabian Gessler
vom
AS Body + Fitness
in
Walpertshofen.
Viel vorwerfen konnte man ihm im Grunde nichts, außer, dass die Beine
vielleicht etwas mehr Teilung und Definition hätten aufweisen können; der
Sieger der Junioren, Daniel
Graet
vom
Body Camp
in
Albstadt,
bot allerdings eine erstaunlich Härte in allen Bereichen, besonders in der Rückansicht.
Mit seiner guten Linie und positiver Präsentation war ihm hier der einstimmige
Sieg gewiss. Für seinen überraschend akrobatisch ausgelegten Kürvortrag wurde
ihm sogar noch der Pokal für das beste Posing übergeben.
Auch
bei den Senioren
hatten die Kampfrichter nicht allzu viel Arbeit. Der Zweitplatzierte Samuel
Stuber,
Einzelmitglied
aus Mannheim,
hatte eine gute und im Vergleich zum Sieger der Klasse, Waldemar
Mondroch
vom
Body Gym
in
Mannheim,
auch vollere Muskulatur, allerdings war dieser deutlich besser definiert und
konnte so vor allem in der Rückansicht überzeugen.
Erst
bei der Klasse Classic Bodybuilding, der geänderten Männer Body
Fitness, wurde es voller auf der Bühne. Von den sieben angetretenen Athleten
konnte sich Jose Tammy
aus Karlsruhe nicht für das Finale qualifizieren. Michael
Bulaman
vom
In Shape
in
Göppingen zeigte sich extrem
definiert, allerdings wirkte er im direkten Vergleich zu seinen Konkurrenten
weniger muskulös und unausgewogener; er wurde Sechster. Michael Preuße
vom
Fitness Point
in
Heidelberg ist ein sehr großgewachsener
Athlet, der zudem seine erste Wettkampfsaison bestritt. Auch wenn er sehr gute
Ansätze im Oberkörper hatte, im Gesamtbild fielen letztendlich die Beine zu
sehr ab um in diesem Feld eine bessere Platzierung als den fünften Platz zu
erreichen. Ähnliches gilt auch für Sascha Guse
vom
Sports Club Orange
in
Schorndorf,
der sich bei seiner Größe für eine bessere Linie wesentlich mehr Beinvolumen
antrainieren müsste. Da er allerdings sehr gut definiert antrat, konnte er sich
noch den vierten Platz sichern. Dritter wurde mit Thomas
Häge
vom
Bodyplanet
in
Ludwigsburg ein erfahrender,
ausgewogener Wettkampfathlet, der auch in Sachen Härte, von der Rückansicht
ausgenommen, überzeugen konnte. Falls man sich unter der Bezeichnung „Classic
Bodybuilding“ nicht viel vorstellen kann, sollte man eineb Blick auf den
Vize-Meister Mathias Krause
vom
Smash
in
Schorndorf werfen, der mit
seinen klassischen Proportionen und geradezu eleganter Präsentation diese
Klasse ideal repräsentiert. Auch seine Härte war sehr gut, reichte aber nicht
ganz an den Sieger heran: der erfahrene Andreas Marcello Ferrara
vom
Body Gym
in
Mannheim,
dessen Stärke seine extreme Definition ist. Auch seine erstaunliche
Muskelqualität war ein Kriterium für seinen Sieg in dieser Klasse.
In
der Klasse Männer I waren ebenfalls wieder zwei Athleten angetreten.
Zweiter wurde Manolis
Hantsaras
vom
XXL Bodytown
in
Frankfurt,
der zwar gute Ansätze zeigte, aber noch an seiner Präsentation arbeiten muss.
Auch hatten seine Beine zwar ein gutes Volumen, wirkten aber zu glatt. Den
ersten Platz errang damit Klaus
Zimmermann
vom
Bodybuilding e. V. in
Walldorf,
der in allen Posen durch seine bessere Härte deutliche Vorteile hatte.
Von
den Teilnehmern der Klasse Männer II belegte Stefan
Friedrich
vom
Bodyplanet
in
Ludwigsburg den vierten Platz.
Auch wenn er in annehmbarer Härte antrat war für ihn in diesem gut besetzten
Feld keine bessere Platzierung möglich. Lediglich die nicht ausreichende Härte
stand Daniel Priewisch
vom
XXL Bodytown
in
Frankfurt für eine bessere
Platzierung als dem dritten Rang im Wege. Daniel konnte ansonsten mit vollen,
runden Muskeln und auch einem ausgefallenen, witzigen Kürvortrag punkten. Die
ersten beiden Plätze gingen an zwei Athleten mit ähnlichen Anlagen; in diesem
Zweikampf unterlegen und somit Vize-Meister war Sven Knebel
vom
Fitness World
in
Albstadt, der an diesem Tag
nicht an die eindrucksvolle Definition und Muskelqualität von Wolfram
Bernstein
vom
Powerhouse
in
Ludwigsburg heran kam.
Der
Sieger der Senioren konnte bei seinem Doppelstart in der Klasse Männer III
seinen Erfolg nicht wiederholen;
Waldemar Mondroch,
Einzelmitglied
aus Mannheim, wurde Dritter. Was
aber gegen die beiden sehr guten vor ihm platzierten Athleten sicher keine
Schande war. Beide präsentierten sich gut vorbereitet, nur Marcus Genal
vom
Joe's Fitness
in
Alutsried
lies noch etwas Härte
vermissen, besonders im Beinbereich – er wurde Zweiter. Rundum gut definiert
trat Udo Römhild
vom
Powerhouse
in
Ludwigsburg an, was ihm gerade
bei den Vergleichposen den entscheidenden Vorteil und somit den Klassensieg
einbrachte.
Tatsächlich
wurde es bei der Klasse Männer IV dann doch noch mit sieben Athleten
recht voll auf der Bühne. Nicht für eine Finalwertung qualifizieren konnte
sich Norbert Gold,
Einzelmitglied
aus Osterburken, der leider
fernab jeder wettkampftauglichen Form antrat. Auch Enrico Nickel
vom
XXXL die Schmiede
in
Brandenburg hätte sicher noch
mehr Zeit für die Vorbereitung gebraucht, um seine Muskulatur besser
freizulegen; er wurde Sechster. Der Doppelstarter aus den Senioren Samuel
Stuber
vom
Body Gym
in
Mannheim, der hier Fünfter
wurde, erreichte auch in Punkten wie Härte und Muskelmasse in diesem Feld seine
Grenzen. Mit guten Anlagen, allerdings auch noch Raum für Verbesserungen,
insbesondere was die Beine und Proportionen angeht belegte Kenan Arabaci
vom
In Shape
in
Göppingen den vierten Platz.
Was ihm noch an Feinheiten wie z. B. ein besserer Rücken fehlte, machte der
Drittplatzierte Markus Riedel
vom
Sports Club Orange
in
Schorndorf mit seiner
vorbildlichen Präsentation wett. Spannend war das Duell um die ersten beiden Plätze.
Rainer Demuth
vom
Fitnessstudio
in
Walbertshagen bot mit seiner wie
am Reißbrett entworfenen Linie und den tiefen Einschnitten der Muskelteilung
einen spektakulären Anblick. Er wurde Zweiter hinter dem Sieger der Klasse Andre
Niebergall
vom
Bodybuilding Club
in
Kieselbach, der nicht weniger
beeindruckend auftrat und seine klassische Linie besonders im Kürvortrag sehr
gut zur Geltung brachte. Auch seine Muskelqualität konnte überzeugen, wenn er
auch was die Härte anging für diesen Wettkampf nicht das Letzte herausgeholt
hatte.
Leider
musste bei der Klasse Männer
V der mit 103 kg schwerste
Athlet der Meisterschaft Klaus Feneberg
vom
Joe's Fitnessstudio
in
Altusried alleine antreten.
Trotzdem war es auch so ein Vergnügen seine außergewöhnliche Form zu
bestaunen: mit ausladendem Latissimus sowie Beinen hatte er eine ausgezeichnete
Linie, die ihn fast sogar noch schwerer erscheinen lies, tiefe Einschnitte
betonten die hervorragenden Muskelpartien. Auch jede einzelne der Pflichtposen
saß nahezu perfekt.
Immerhin
konnte er beim Stechen um den Gesamtsieg beweisen, dass er an diesem
Abend keine Konkurrenz auch im direkten Vergleich fürchten musste und somit hieß
der Gesamtsieger der Männerklassen: Klaus Feneberg!
Moderiert
wurde die Meisterschaft gewohnt souverän und unterhaltsam vom ersten
Vorstand des BWBF Thomas Gerstner, der spontan Michael Schetter zum
Co-Moderator ernannte. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Gastauftritt
der Profi-Bodybuilder Susi Niederhauser, die mit ihrem sehr eleganten
Auftritt das Publikum begeisterte. Ob sich Dillingen nun als fester
Austragungsort für die Baden-Württembergische Meisterschaft etablieren wird, lässt
sich abschließend noch nicht sagen; allzu viel würde allerdings nicht dagegen
sprechen. Weitere Information zu diesem wie auch kommenden Wettkämpfen sind
unter anderem unter www.bwbf.de zu finden.
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